Porsche Nord Course: In die Weltspitze gebaut

Zum fünften Mal sind die Porsche European Open auf dem Porsche Nord Course in Green Eagle bei Hamburg zu Gast. Der Platz ist ein Star – sein Schöpfer: Michael Blesch, der rund um die Uhr die Weltspitze im Blick hat. Für die Spieler. Und für die Zuschauer.

Michael Blesch strahlt, wenn er an diese erste Woche im Juni denkt, an die Top-Spieler aus aller Welt, die seinen Kurs herausfordern, und an die Zuschauer, die ihnen dabei zusehen werden. Er hat es schon vor Augen. Vom Eingang werden die Besucher in Richtung 18 laufen, am neuen Riesenrad vorbei und dann vom Hügel vor dem 18. Grün die letzte Bahn des Porsche Nord Course entlang blicken. „Das ist gleich einer der schönsten Ausblicke, mit dem See und den Inseln drin“, sagt Blesch, Mitbegründer und Designer von Green Eagle Golf Courses. „Und dieser Blick vom Riesenrad runter, das wird natürlich sensationell.“

Er kann es sich jetzt schon vorstellen, wie die Fans den Platz füllen werden – diesen Platz, den er versucht, nicht nur für die Spieler, sondern auch für das Zuschauererlebnis zu perfektionieren. Es ist eines seiner großen Ziele, wenn er Jahr für Jahr mit dem Bagger die Anlage umgraben lässt. Dort eine Umgestaltung, dort eine Verbesserung. Seit 2017 sind die Porsche European Open bei Blesch und seinem Mitgründer Ralf Lühmann in Winsen/Luhe nahe Hamburg zuhause. Nun steht die fünfte Austragung an und Blesch ist sich sicher, dass die Anlage wieder einen Schritt nach vorne gemacht hat. Er hat nicht wie im vergangenen Jahr einige Löcher neu gestaltet, er hat dafür den Zuschauern eine neue Naturtribüne gebaut. So gibt es nun gleich mehrere sehr gute Spots, um den Profis auf unterschiedlichen Bahnen gleichzeitig im Wettbewerb zuschauen zu dürfen. Und das entspannt mit guter Sicht von einem Hügel aus. Die neue Naturtribüne an der 12 gesellt sich zum optimal gelegenen Halfway-House mit weitem Blick über die 4, 5, 9 und 11 und zur spektakulären Schwester an der 14, von wo aus das Geschehen auf den Bahnen, 13, 14, 15 und 16 zu verfolgen ist. Blesch mag vor allem die Bänke dort. „Eine davon ist meine, einer der besten Plätze“, sagt er lachend, „muss ich mir noch reservieren“.

Von der großen Naturtribüne führt ein Weg bis zum 18. Grün. Immer leicht erhöht, die berühmte 17 mit dem Hole-in-One-Porsche entlang bis zum langen Par 5, dem spektakulären Abschluss unter dem Riesenrad. „Es gibt nichts Schöneres als eine Naturtribüne. Deswegen baue ich die ja so gerne“, sagt Blesch. „Mit den Freunden abhängen im Hang, es sich gut gehen lassen mit Getränken und Essen und dabei Spitzengolf schauen – das gehört ja alles zu einem schönen Golferlebnis dazu. Und je mehr Zuschauer sich versammeln, desto mehr Emotionen kommen hoch. Und je mehr Naturtribünen, desto mehr Zuschauer, die sagen können: ‚Da geh‘ ich hin, da kann man gut Golf schauen.‘“

Wenn er in diesen Tagen wenige Wochen vor dem Turnier über den Porsche Nord Course geht, ist er mehr als zufrieden. Für ihn hat der Platz noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. „Die Grüns sind jetzt schon sensationell“, freut er sich. „Die Tour ist sehr begeistert. Wenn nichts schief geht, werden wir in diesem Jahr einen Platz haben, der zur Top Ten weltweit gehört.“ Er hat derartige Vergleiche gehört, diese Art der Anerkennung ist der Lohn für einen Job, der keinen Feierabend kennt.

Denn Blesch denkt und plant, baggert und gestaltet rund um die Uhr. Neben dem Porsche Nord Course und dem Süd Course soll es bald einen West Course geben, zudem ein Hotel. Für die, die es noch nicht verstanden haben, macht es Blesch noch einmal deutlich klar: „Wir bauen auf große Turniere und höchste Qualität. Wir wollen in die Weltspitze.“

Dazu gehören die Porsche European Open, eine Woche, in der Blesch das gesamte Potenzial seiner Anlage ausschöpfen will. „Bei diesem Turnier schaut die Golfwelt auf uns. Da muss alles passen.“ Denn es gilt sich weiter zu beweisen. Irgendwann soll der Ryder Cup nach Winsen kommen. Noch eine Naturtribüne fehlt ihm für den „perfekten Stadionkurs“, wie er sagt. Ein optimaler Austragungsort des Kontinentalwettbewerbs mit seinen Zehntausenden von Zuschauern pro Tag. „Das wäre ein Traum. Wenn der Ryder Cup in Deutschland ausgetragen werden soll, dürfen sie an uns nicht vorbeikommen. Und wenn das dann irgendwann mein Sohn oder meine Tochter machen, soll es mir auch recht sein.“

Auch hier strahlt Blesch wieder. Es sind die großen Momente, auf die er hinarbeitet. Und die er nicht erwarten kann. Mitte Juni wird wieder alles vorbei sein. „Wenn wieder alles abgebaut ist, das ist kein gutes Gefühl“, sagt er. Dann fügt er hinzu: „Am liebsten wäre es mir, wir hätten zweimal im Jahr Porsche European Open.“