Michael Blesch: Der Mann, der die Weltklasse begeistert

„Es ist mein Garten, ich lebe dafür.“ Das sagt Michael Blesch über den Porsche Nord Course, Austragungsort der Porsche European Open. Wer ist der Mann, der  unweit von Hamburg einen der prestigeträchtigsten Plätze der European Tour kreierte? Die Antwort gibt es im Video.

 

Er gilt als der schwierigste Golfkurs Deutschlands, ist der längste Platz auf der European Tour und gehört zu den zehn längsten der Welt. Der Porsche Nord Course der Green Eagle Golf Courses hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur aufgrund seiner 7.057 Meter Länge eine internationale Fangemeinde erarbeitet.

Der Mann hinter der besonderen Anlage: Michael Blesch. Der Platz-Designer der Green Eagle Golf Courses gründete 1997 gemeinsam mit seinem Partner Ralf Lühmann den Golfclub bei Hamburg. Sie starteten mit dem Südkurs, 2008 kam der Nordkurs dazu, der seit 2018 als Porsche Nord Course für einmaliges und außergewöhnliches Platzdesign zwischen Wacholder und Heidesand steht. Das liegt an der Länge, aber auch an den vielen Wasserhindernissen, die bei 17 Bahnen ins Spiel kommen, an den spektakulären Aussichten über mehrere Löcher hinweg – und einem Gestaltungswillen Bleschs, der die ständige Veränderung zur Konstante erklärte.

Blesch hat über die vergangenen Jahre ausgebaut, optimiert, erweitert und so neben dem Platz auch dessen Ruf geformt. Er hat den unbedingten Willen zu gestalten, zufrieden ist er maximal in diesen Tagen kurz vor einem Turnier, wenn der Pflegezustand perfekt ist und die Sonne scheint. 2021 standen vor allem zwei neugestaltete Par 3 im Fokus.

 

 

An der 5 zog er das Wasser näher ans Grün, ließ wie an vielen Stellen des Platzes eine Naturtribüne aufschütten. Die 14 machte er zu einem besonderen Schmuckstück. Die Bahn wurde um 90 Grad gedreht, rund hundert Meter kürzer und verteidigt sich nun mit einem schmalen Grün, das nach vorne zu einem großen Wasserhindernis abfällt. „Eines der besten Par 3 der Welt“, sagt Blesch. Neben dem Grün verfolgten die Fans wie vielerorts auf dem Kurs das Geschehen von einem Hügel aus, der zudem einen Blick auf die Bahnen, 13, 15 und 16 bot. Auch zwei Bänke stehen dort. „Eine davon ist meine, der beste Platz in diesem Jahr“, sagt er lachend.

Er präsentierte den Profis auch weitere Änderungen, Bonsai-Kiefern, ein Kolosseum an der 18 – eine 40 Jahre alte Kiefer direkt vor dem Grün der 12. Insgesamt hat er 80.000 Tonnen Erde auf dem Kurs verteilt. Die Weltklassegolfer waren begeistert. Von einem „Major-Kurs“ war mehrmals die Rede. Doch Blesch findet immer noch etwas, was er besser machen will. „Bei uns ist nie Stillstand.“ Er liebt es, mit dem gelben Bagger den Wandel zu gestalten und sagt: „Ein Golfplatz ist ja nie fertig.“ Da können die Golfer noch so begeistert sein.

 

Stars der Porsche European Open im Quickfire-Interview

Golfer teilen die Liebe für ihren Sport, die Top-Stars, die in diesem Jahr bei den Porsche European Open am Start waren, eint noch mehr: die Leidenschaft für Sportwagen. Porsche Markenbotschafter und Titelverteidiger Paul Casey ist bereits als positiv motorsportverrückter Golfer bekannt, doch auch seine berühmten Kollegen Martin Kaymer, Abraham Ancer und Henrik Stenson haben großen Spaß an Beschleunigung und Geschwindigkeit.

 

Und so stellte sich das Quartett gerne den Quickfire-Fragen zu ihrer Sportwagen-Leidenschaft sowie dem Austragungsort der Porsche European Open, dem berüchtigten Porsche Nord Course. Dabei ging es nun auch mit Worten um den richtigen Speed. Die Antworten kamen schnell ­– und lieferten besondere Einblicke über erste Begegnungen mit einem Porsche, versteckte Talente und bislang unausgesprochene Berufswünsche.

Casey erinnerte sich lachend an seine erste Fahrt auf dem Rücksitz eines roten Porsche 944, Ancer an wilde Kunststücke und Kaymer an ein Rennen mit gebrochenem Fuß – das mit einem Sieg endete. Das Trio kann sich zudem durchaus vorstellen, im Motorsport aktiv geworden zu sein, wenn nicht das Golf-Talent größer gewesen wäre. Ohne seinen Sport sähe sich Casey heute als „sehr schlechten Rennfahrer“ und Kaymer ließ durchblicken, dass er auch als Racing Instructor Spaß gehabt hätte: „Ich glaube, ich habe ein gutes Gefühl für Autos.“

Die Freude an Sportwagen verbindet die vier Weltklassegolfer ebenso wie die Begeisterung für die enorme Beschleunigung des Porsche Taycan Turbo S – und die Bewunderung für den Porsche Nord Course, einer der herausforderndsten, aber auch spannendsten Golfkurse auf der Tour.

Dabei gefällt Casey und Kaymer besonders die in diesem Jahr neue 14. Bahn. Für Abraham Ancer ist die 17 auf dem Porsche Nord Course deswegen ein Lieblingsloch, weil er dort „ein Auto gewinnen kann“. Der Mexikaner verpasste in der Turnierwoche allerdings den Hole-in-One-Preis, einen Taycan Turbo S Cross Turismo. An seiner Leidenschaft hat das natürlich nichts geändert. Und das gilt auch für seine drei namhaften Golf-Kollegen.

Marcus Armitage erfüllt sich seinen Traum

„Ein großer Tag, der Traum ist wahr“ – Jubel und Emotionen auf der Driving Range: Marcus Armitage heißt der Sieger der sechsten Austragung der Porsche European Open. Der 33-Jährige hatte mit einer sensationellen 65er Runde die Konkurrenz früh am Finaltag überholt und sich im Anschluss bereits auf ein mögliches Stechen vorbereitet. Dann schlug Matthew Southgate, sein letzter Kontrahent, auf der 18 seinen Ball ins Wasser – der Sieger stand fest. Auf der Range nahm Armitage – aufgewühlt und überglücklich – die ersten Glückwünsche entgegen. „Mein Herz ist gerast“, sagte Armitage, „ich bin ein sehr emotionaler Typ, aber ich habe mich auf dem Platz heute gut fokussieren können.“

Der 33-Jährige ist der vierte Engländer in Folge, der das prestigeträchtige Turnier der European Tour auf dem Porsche Nord Course gewinnt. Somit waren seit dem Umzug des Events nach Hamburg 2017 immer Top-Golfer aus England erfolgreich. Mit seiner beeindruckenden Finalrunde am Montag verwies Armitage (-8) Matthew Southgate (England), Thomas Detry (Belgien), Edoardo Molinari (Italien) und Darius van Driel (Niederlande) auf Rang zwei. Die Porsche European Open waren aufgrund aktueller Reisebestimmungen um zwei Tage verschoben und auf drei Runden verkürzt worden.

Armitage, Spitzname „The Bullet“, war von Position elf auf die Finalrunde gegangen und hatte sich schnell an den Führenden vorbeigespielt. An der 7 lochte er sein Wedge zum Eagle, nach 14 Löchern lag er acht unter für den Tag. Am Ende entschied Southgates Abschlag an der 18 das Rennen um den Sieg – er landete im Wasser. Zu diesem Zeitpunkt stand Armitage auf der Range und bereitete sich auf ein mögliches Stechen vor. Das war nun nicht mehr nötig.

Golf als Flucht

Für Armitage ist es der erste Sieg auf der European Tour im 71. Start. Noch 2020 hatte er sich Geld für den Flug zu einem Turnier in Südafrika leihen müssen. Er wurde Dritter, das Geld konnte er schnell zurückzahlen – nun springt er nach seinem Sieg auf der Anlage der Green Eagle Golf Courses im Race to Dubai in die Top 30. Armitage hatte nach dem Tod seiner Mutter mit 13 die Schule verlassen. „Beim Training konnte ich mich nur auf den Ball konzentrieren. Das war meine Flucht“, hatte er einmal verraten. Nun feiert dieser besondere Golfer bei den Porsche European Open seinen bislang größten Erfolg seiner Karriere. Armitage sagte: „Seit demTod meiner Mutter habe ich an diesen Moment gedacht – ich bin jetzt ein Gewinner.“

Bester Deutscher wurde Marcel Schneider als starker Siebter bei drei unter Par. „Insgesamt muss ich sagen, dass mein langes Spiel hier sehr gut war und ich auch wichtige Putts gelocht habe. Das ist ja immer sehr, sehr entscheidend. Es entwickelt sich alles – auch für die Zukunft – in die richtige Richtung und ich bin optimistisch.“ Es ist Schneiders dritte Top-Ten-Platzierung auf der European Tour.

Casey: „Das ist das, was wir wollen“

Titelverteidiger Paul Casey, der das Turnier mit einer enttäuschenden 75 begonnen hatte, verbesserte sich auch in Runde drei noch einmal und landete nach einer 68 auf dem geteilten sechsten Rang. „Es ist ein wirklich fairer Golfkurs, der aber sehr hart ist. Das ist ein Setup wie in Majors. Das ist das, was wir wollen. Die Porsche European Open sind definitiv eines der Turniere, dass die Jungs gerne spielen. Es war toll, dass dieses Turnier stattgefunden hat.“

Fast vergessenes Live-Erlebnis

Auch Turnierdirektor Dirk Glittenberg zeigte sich begeistert: “Diese Porsche European Open waren einzigartig auf vielen Ebenen. Die Rückkehr der Weltklasse nach Deutschland, die Rückkehr der Zuschauer bei einem Event der European Tour in Europa – all das hat dieses Turnier zu einem besonderen Erlebnis gemacht. Ich danke allen Beteiligten, die diese große Herausforderung mit uns angenommen haben, allen voran unserem Titelpartner Porsche, der Tour und natürlich den Fans hier auf der Anlage, die für ein fast vergessenes Live-Erlebnis gesorgt haben.“

 

Das komplette Endergebnis finden Sie hier: http://bit.ly/PEO2021_Live

Stimmen zur Finalrunde: “Setup wie in Majors”

Marcus Armitage | 72, 71, 65 (-8) | Sieger
„Ich kann es noch nicht ganz glauben. Das ist ein neues Gefühl, denke ich. In der Einspielrunde habe ich so viele Bälle verloren wie noch nie zuvor. Jetzt hier als Sieger der Porsche European Open zu stehen, ist ziemlich cool. Ich bin ein emotionaler Typ und habe Probleme mich unter Kontrolle zu halten. Ich habe nur versucht zu atmen und ruhig zu bleiben. Mein Handy habe ich gar nicht angefasst, weil das würde durchdrehen. Aber dann denkt man an alle, die zuhause sitzen, so wie meine Verlobte. Vor 20 Jahren habe ich meine Mutter verloren und seitdem habe ich genau hiervon geträumt – endlich ein Turnier zu gewinnen. Und es gab Tage, da denkt man, man schafft es nicht mehr. Aber ich bin drangeblieben. Heute ist ein großartiger Tag und ich bin mir sicher, dass sie stolz auf mich wäre, genauso wie alle in meinem Team es sind – dies ist für mich.“

Paul Casey | 75, 69, 68 (-4) | T6
„Ich dachte schon, dass ich vorne mitspielen könnte. Ich konnte die Fehler diese Woche abstellen, das ist elementar auf diesem Kurs. Es ist ein wirklich fairer Golfkurs, der aber sehr hart ist. Das ist ein Setup wie in Majors. Jeder Schlag kann große Konsequenzen haben. Es ist ein tolles Finish hier. Das ist das, was wir wollen. Die Porsche European Open sind definitiv eines der Turniere, dass die Jungs gerne spielen. Es war toll, dass dieses Turnier stattgefunden hat.“

Marcel Schneider | 70, 73, 70 (-3) | T7
„Mit der zwei unter Par heute bin ich natürlich absolut zufrieden. Hinten raus auf den schweren Löchern habe ich dann doch ganz gut gespielt und es sind auch die nötigen Putts gefallen. Insgesamt muss ich sagen, dass mein langes Spiel hier sehr gut war und ich auch wichtige Putts gelocht habe. Das ist ja immer sehr, sehr entscheidend. Es entwickelt sich alles – auch für die Zukunft – in die richtige Richtung und ich bin optimistisch.“

Sebastian Heisele | 75, 70, 72 (+1) | T29
Ich habe leider den Start ein bisschen verschlafen, mich aber dann noch gut gerettet und mir gute Chancen erarbeitet. Leider war der Putter nicht ganz so heiß wie gestern – und so wurde es dann doch irgendwie eine recht langweilige 72. Es war heute eigentlich mehr drin: kein Wind und das Wetter war auch auf unserer Seite. Und da wünscht man sich natürlich mehr. Aber ich versuche das Positive aus der Woche mitzunehmen und mal schauen, was in drei Wochen im München geht.

Bernd Wiesberger | 73, 73, 70 (+2) | T40
„Im Vergleich zwischen letzter und dieser Woche gibt es schon eine ziemliche Diskrepanz – wie man sie im Golf wohl kaum stärker fühlen kann. Letzte Woche fühlte ich mich extrem wohl. Und diese Woche tat ich mich extrem schwer, Birdies zu machen und die Putts zu lochen. Es war ein komplett anderes Feeling auf dem Golfplatz.“

Maximilian Kieffer | 74, 73, 72 (+3) | T45
„Ich habe die ersten Neun sehr gut und eigentlich auch die ersten beiden Runden gut gespielt. Nur leider habe ich nicht so gut gescored. Die zweiten Neun habe ich dann gar nicht mehr so gut gespielt aber ein paar lange Putts gelocht. Das macht dann natürlich einen Unterschied für den Score. [Doppel-Bogey auf der 17] Ich war viel zu aggressiv. Das war ein bisschen dämlich. Aber gut, es hat Spaß gemacht. Dass mir der Platz nicht so liegt, nehme ich zurück. Auch wie das Setup jetzt war, gestern und heute. Da liegt er mir eigentlich schon, wenn ein paar Abschläge weiter vorne sind. Und mit dem Westwind spielt er sich um einiges angenehmer als er sich beim Pro-Am oder in der Einspielrunde gespielt hat. Es ist halt schade, weil es wirklich eng ist. Vier Schläge weniger und man ist schon fast Top Ten. Die ersten beiden Tage habe ich schon ein paar dumme Fehler gemacht. Das ist natürlich etwas ärgerlich. So liefen einige Wochen in diesem Jahr, aber da gilt es, das Positive mitzunehmen. Ich spiele jetzt Schweden diese Woche und dann habe ich eine Woche frei vor München.“

Spaß auf der Autobahn: Abraham Ancer gibt Gas

Abraham Ancer schaute noch einmal aus dem Fenster, sagte let’s go“ ­– und fuhr hinweg. Sein Ziel: die Autobahn. ­„Es wäre so cool, wenn wir die auch bei uns in den USA und Mexiko hätten“, hatte der mexikanische Golfer vor der Abfahrt noch gesagt. Nun bekam er erstmals die Möglichkeit. Ancer, die Nummer 17 der Welt, ist der erfolgreichste männliche Golfer in der Geschichte seines Landes und ein großer Porsche-Fan. „Ich liebe, was sie machen. Und da war es für mich klar, dass ich nach Deutschland komme, um das Land kennenzulernen und natürlich auch, um Porsche auf der Autobahn fahren zu können.“

Das konnte er an diesem Freitag, einen Tag vor dem Beginn der Porsche European Open auf der Anlage der Green Eagle Golf Courses. Von dort ging es mit einem Porsche Taycan Turbo S in Richtung Hamburg und zurück. „Dieses Auto ist echt unglaublich, ein Biest. Die Beschleunigung ist unvergleichlich. Da hat so viel Spaß gemacht.“

Auf dem Beifahrersitz nahm er seinen Caddie Dale Vallely mit. Auch in den USA sind beide zwischen Turnieren immer wieder gemeinsam im Auto unterwegs. „Aber nie so schnell“, sagte Vallely. „Es ist gut, dass Abraham so ein guter Fahrer ist. So war es wirklich beschleunigend – und gleichzeitig immer sicher.“

Das Können am Lenkrad hat sich Ancer auf einer Rennstrecke nicht weit von seinem Zuhause in Texas erarbeitet. „Da bin gerne hin mit meinem 718 Cayman GT4. Und bald werde ich auch einen 992 GT3 haben – darauf freue ich mich wirklich sehr“, so Ancer.

Major-Sieger Henrik Stenson: Der “Iceman” taut auf

Der schwedische Golfprofi Henrik Stenson ist in der Welt-Elite bekannt für sein cooles Auftreten und seinen trockenen Humor, was dem Major-Sieger aus Göteborg seinen berühmten Spitznamen eingebracht hat. In der Turnierwoche der Porsche European Open in Hamburg verlor Stenson aber für kurze Zeit seine Zurückhaltung. Auf einem kurzen Road-Trip zwischen der Turnieranlage Green Eagle Golf Courses und der Hamburger Innenstadt mit seinem langjährigen Freund und Caddie der Woche, Marcus Larsson, diskutierten beide über die Rollenverteilung in ihrem Team, Stensons Leidenschaften – und spürten dabei erstmals die enorme Beschleunigung des Porsche Taycan Turbo S: „Das ist wirklich sehr besonders“, schwärmte der mehrmalige Ryder-Cup-Sieger hinterher.

Stenson, der selbst als sehr dynamischer Golfer bekannt ist, zeigte sich vor allem angesichts der Kraft-Potenziale des Elektro-Sportwagens ungewohnt euphorisch. „Die Power ist sofort da und sie bleibt die ganze Zeit – dieses Auto hört nie auf zu beschleunigen. Dieses beeindruckende Gefühl kenne ich nur aus der Achterbahn, wirklich eine Rakete“, so Stenson, der 2016 die Open Championship, das älteste Golf-Turnier der Welt, gewonnen hatte.

Stenson war nun selbst nicht mehr zu bremsen und schwärmte vom „fantastischen Handling. Ich fahre selbst gerne schnell. Das kann dieses Auto wirklich sehr, sehr gut.“ Ausgezeichnet funktioniert auch die Zusammenarbeit im Team Stenson/Larsson: Beide mögen schnelle Autos, teilen den Musikgeschmack und blicken gerne zurück auf einen gemeinsamen Camping-Trip im Wohnmobil. Eine derart beschleunigende Erfahrung wie im Taycan Turbo S hat das Duo jedoch noch nicht erlebt.

Bei allen Gemeinsamkeiten gibt es aber auch Unterschiede: Während sich der eine besser in Form hält, ist der andere der bessere Entertainer…

Große Spitzengruppe verspricht Spannung

Ein Bogey auf 36 Löchern: Der Australier Maverick Antcliff vermeidet auf dem sehr herausfordernden Porsche Nord Course bislang in sensationeller Weise Fehlschläge und sichert sich so vor der Finalrunde der Porsche European Open den Spitzenplatz bei insgesamt fünf unter Par an der Seite des Engländers Matthew Southgate. Hinter dem Duo lauern gleich 29 Spieler innerhalb von fünf Schlägen, darunter Titelverteidiger Paul Casey und der Italiener Edoardo Molinari, der mit 65 Schlägen die beste Runde des Tages spielte und sich um 60 Plätze auf den geteilten dritten Rang verbesserte. Das Rennen um den prestigeträchtigen Titel ist so offen wie selten.

Antcliff, der sich seine Tourkarte für die European Tour im vergangenen Jahr durch dominante Erfolge auf der China Golf Tour sicherte, schloss seine Runde mit drei Birdies ab. Dabei verpasste der 28-Jährige an der 17 das Hole-in-One und somit den Porsche Taycan Turbo S Cross Turismo nur um wenige Zentimeter. „Ich kann gar nicht wirklich sagen, warum mir dieser Golfplatz bislang so gut liegt. Ich versuche einfach, Fairways und Grüns zu treffen. Ich will geduldig bleiben. Es gibt viele tolle Löcher da draußen und man muss sich einfach in Position bringen und dann versuchen, die Chancen zu nutzen.“

Southgate: „Einer der besten Spieler mit dem Driver weltweit“

Co-Spitzenreiter Southgates starkes Wochenende bei den Porsche European Open kommt eher überraschend, nachdem er bislang auf ein eher durchwachsenes Jahr zurückblickt. Die beste Platzierung des 32-Jährigen ist Rang 20 bei der Canary Islands Championship Anfang Mai. Doch in Hamburg findet er zu seinem Spiel. „Es ist meine Stärke, mich auf meinen Plan zu konzentrieren“, sagte Southgate nach der Runde. „Ich habe schon länger das Gefühl, dass ich einer der besten Spieler mit dem Driver weltweit bin, das gibt mir ein gutes Gefühl. Das hat jetzt gut funktioniert. Wenn die Bedingungen mit hohem Rough und engen Fairways so sind wie in dieser Woche ist es ein wirklich guter Test unserer Golf-Fähigkeiten, das mag ich.“

Für einige Top-Stars des Turniers ist hingegen bereits nach zwei Runden Schluss: Martin Kaymers erster Auftritt auf dem Porsche Nord Course endet drei Schläge unterhalb der Cut-Linie bei sechs über Par. Dennoch nimmt der deutsche Major-Sieger auch Positives aus den 36 herausfordernden Löchern auf dem anspruchsvollen Par-72-Kurs mit. „Es ist wirklich einer der schwersten Plätze, den ich auf der European Tour gespielt habe und definitiv der schwerste Platz in Deutschland. Von daher war es für die US Open, die in zwei Wochen anstehen, sehr gut, dass ich hier mitgespielt habe“, so der deutsche Major-Sieger. Kaymers prominente Flightpartner Henrik Stenson (+10, Schweden) und Abraham Ancer (+8, Mexiko) schafften es ebenfalls nicht ins Wochenende.

Stenson: „Ich hoffe, ich komme wieder“

„Es ist eine enttäuschende Woche auf dem Golfplatz, aber ich habe mich abseits des Platzes gut amüsiert“, sagte Stenson. „Alle sind freundlich und es herrscht eine nette Atmosphäre. Ich hoffe also, dass ich irgendwann in der Zukunft wiederkommen werde.” Ähnlich äußerte sich Ancer, der sich wie alle Profis über die Rückkehr der Zuschauer freute: „Es ist so schade, denn ich war wirklich motiviert für dieses Event und ich denke, alle haben einen tollen Job gemacht.“

Einige Deutsche können hingegen mit der Finalrunde planen. Marcel Schneider geht als bester Deutscher (-1, T11) auf die letzten 18 Löcher, ebenso Sebastian Heisele (+1, T32), Maximilian Kieffer und Bernd Ritthammer (+3, T55). „Es ist natürlich ein bisschen blöd jetzt mit nur noch einer Runde. Da kann ich mich nicht mehr so gut nach vorne arbeiten. Gerade jetzt, da ich meinen Rhythmus gefunden habe. Aber man sieht ja, es ist eng beisammen“, sagte Kieffer nachdem er sich mit einem wichtigen Birdie an der 18 noch über die Cut-Linie geschoben hatte.

Titelverteidiger Paul Casey verbesserte sich mit einer starken 69er Runde und hat nun als geteilter 19. bei Even Par wieder Kontakt zur Spitzengruppe. „Ich habe viele sehr gute Bälle geschlagen, aber es ist einfach ein sehr schwieriger Golfplatz. Ich versuche, mich nicht frustrieren zu lassen. Wir spielen alle den gleichen Kurs. Das ist Golf.“

Stimmen Sonntag: “Toll, vor Publikum zu spielen”

Maverick Antcliffe | 71, 68 (-5)

„Ich kann gar nicht wirklich sagen, warum mir dieser Golfplatz bislang so gut liegt. Ich versuche einfach, Fairways und Grüns zu treffen. Ich versuche einfach, so weiterzumachen. Ich will geduldig bleiben. Es gibt viele tolle Löcher da draußen und man muss sich einfach in Position bringen und dann versuchen, die Chancen zu nutzen. Ich bin ein großer Porsche-Fan, es war knapp an der 17, fast hätte es gereicht für das Auto. Aber ich werde es noch einmal versuchen morgen.“

Matthew Southgate | 70, 69 (-5)

„Es ist meine Stärke, mich auf meinen Plan zu konzentrieren. Ich habe schon länger das Gefühl, dass ich zu den besten Spielern mit dem Driver weltweit bin, das gibt mir ein gutes Gefühl. Das hat jetzt gut funktioniert. Wenn die Bedingungen mit hohem Rough und engen Fairways so sind wie in dieser Woche ist es ein wirklich guter Test unserer Golf-Fähigkeiten, das mag ich. Für mich ist morgen, smart zu bleiben und schauen, dass alle Spaß haben beim Zuschauen. Wir stecken alle sehr viel Liebe in diesen Sport und ich hoffe, dass ich morgen keine Fehler mache, weil ich nicht fokussiert bin.

Eduardo Molinari | 75, 65 (-4)

„Alles war sehr gut, muss ich sagen. Mein Putten war anständig, nicht spektakulär, aber anständig. Alles in allem ein sehr guter Tag. Ich denke, es ist einer der besten Plätze, die wir das ganze Jahr über spielen. Es zeigt einfach, dass man den Ball gut treffen muss und dass jeder Teil des Spiels auf den Punkt sein muss. Wir sollten mehr Kurse wie diesen spielen. Ich habe nicht auf das Leaderboard geschaut, um ehrlich zu sein, ich habe nur versucht, eine gute Runde zu spielen, und das werde ich auch morgen versuchen.“

Marcel Schneider | 70, 74 (-1)

„Ich würde sagen, es war ein ordentlicher Tag. Unterm Strich hätte es aber etwas besser sein können. Ich habe die Eisen nicht so sicher geschlagen wie gestern – es waren aber auch deutlich längere Eisen ins Grün heute. Und da war es schwer, an die Fahnen ranzukommen. Ich habe aber versucht, geduldig zu bleiben und das auch geschafft. Und für morgen ist ja noch alles drin. Hier kann man schon auch drei, vier unter Par spielen. Aber da muss es schon glatt laufen. Schauen wir mal. Vor Publikum zu spielen ist toll und macht viel mehr Spaß. Ich hoffe, das ist erst der Anfang und es folgen noch einige Turnier mit Zuschauern.

Martin Kaymer | 73, 77 (+6)

„Ich habe wirklich versucht, meinen Score zusammenzuhalten und mir Chancen zu erarbeiten. Doch das Setup des Platzes war heute auch sehr schwer von den Fahnenpositionen her. Und viele Abschläge waren auch weit hinten. Ich habe heute einige Nackenschläge bekommen und an Bahn 9 gab’s dann den Knockout.  Unsere ganze Gruppe (Stenson, Ancer, d. Red.) hat relativ wenig Birdies gemacht, wir haben viele Lip-Outs gehabt und haben uns schwergetan, die Putt-Linien richtig zu lesen. Keiner von uns kam wirklich in den Flow rein. Ich war ja der Einzige, der zumindest gestern auf den ersten 13 Löchern solide gespielt hat. Diese Woche war schon eine gute Vorbereitung auf die US Open. Es ist wirklich einer der schwersten Plätze, den ich auf der European Tour gespielt habe und definitiv der schwerste Platz in Deutschland. Von daher war es für das Turnier, das in zwei Wochen ansteht, sehr gut, dass ich hier mitgespielt habe.“

Paul Casey | 75, 69 (Par)

„Ich habe viele sehr gute Bälle geschlagen, aber es ist einfach ein sehr schwieriger Golfplatz. Ich versuche, mich nicht frustrieren zu lassen. Wir spielen alle den gleichen Kurs. Das ist Golf. Es ist ein toller Golfplatz, diese Woche ist fantastisch. Ich habe heute sehr gut gespielt und vielleicht fallen morgen die Putts rein, die heute ausgelippt sind und dann kann ich den Blinker links setzen und aufholen.“

Henrik Stenson | 77, 77 (+10)

“Spielerisch ist es eine enttäuschende Woche für mich. Ich kämpfe mit meinem langen Spiel und dieser Platz hier ist ein langer Golfplatz mit schwierigem Rough. Man muss die Fairways und die Grüns treffen. Und immer, wenn es mir gelungen ist, ein Fairway zu treffen, habe ich das Grün beim zweiten Schlag verfehlt, und wenn ich das Fairway beim Abschlag verfehlt habe, ist die Chance auf Par natürlich gering, wenn man keine guten Eisenschläge hat. So ging es die ganze Woche hin und her und ich habe einfach nicht annähernd so gespielt, wie ich spielen muss, um den Cut zu schaffen. Eine enttäuschende Woche und sogar eine enttäuschende Gruppe. Das ist für niemanden von uns ein schönes Gefühl. Aber man muss sich davon erholen und versuchen, es beim nächsten Mal besser zu machen.”

“Es ist schön, die Fans wieder da draußen zu sehen und ich bin mir sicher, dass sie es genossen haben, wieder etwas Live-Golf zu sehen. Es ist also eine enttäuschende Woche auf dem Golfplatz, aber ich habe mich abseits des Platzes gut amüsiert. Wir befinden uns immer noch in einer Art Blase, aber alle sind freundlich und es herrscht eine nette Atmosphäre. Ich hoffe also, dass ich irgendwann in der Zukunft wiederkommen werde.”

Abraham Ancer | 76, 76 | (+8)

“Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe mich schon eine ganze Weile auf dieses Event gefreut und ich wusste, dass der Golfplatz schwierig sein würde. Ich hatte bei so ziemlich allem ein bisschen zu kämpfen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich so schlecht spiele, aber ich habe einfach keine Birdie-Chancen bekommen – und selbst wenn ich sie hatte, habe ich nichts gelocht. Es ist so schade, denn ich war wirklich motiviert für dieses Event und ich denke, alle haben einen tollen Job gemacht. Wir haben einfach nicht sehr gut gespielt – auch als ganze Gruppe. Die Veranstalter haben einen tollen Job gemacht – gerade mit den ganzen COVID-Regeln. Ich meine, wir haben ein paar Fans hier draußen. Ich bin sicher, sie hatten eine tolle Zeit. Ich bin sicher, dass sie schon eine ganze Weile keinen Live-Sport mehr gesehen haben. Es war also schön, dass sie hier waren, aber ich hätte mir gewünscht, dass wir ihnen eine bessere Show geboten hätten.

Sebastian Heisele | 75, 70 (+1)

„Ich bin definitiv zufrieden! Gerade nach gestern und dem Kampf mit 4 über nach 9. Es war ein schwieriger Start ins Turnier. Aber ich habe mich heute ganz gut gerettet. Und ich schaue natürlich, was ich morgen noch retten kann. Aber mein Spiel war heute auch wirklich besser als gestern. Ich habe viel mehr Fairways getroffen und da wird es natürlich einfacher als aus dem dicken Rough. Somit habe ich auch viel mehr Grüns getroffen und konnte die Bogeys von der Karte halten. Es ist wirklich schön, hier zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Das waren jetzt schwierige 14/15 Monate für uns.  Umso schöner ist, die European Tour wieder so spielen zu können, wie wir sie eigentlich kennen – mit Publikum. Und es pusht natürlich einen auch immer, wenn man vor heimischem Publikum spielt.“

Matthias Schwab | 71, 72 (-1)

„Ich durchweg zufrieden. Auf den ersten Neun war mein Spiel sehr solide und ich habe ein paar wirklich gute Schläge gemacht. Am Ende habe ich’s dann versiebt, das muss man ehrlich sagen. Auf den zwei Par 5 an der 15 und an der 16. Da hat der Kurs seine Zähne gezeigt: wenn man nur ein bisschen off Line ist und man liegt im dicken Rough, geht es sofort rückwärts. Es ist etwas schwierig, in der einen Finalrunde morgen mit der Brechstange heranzugehen. Das ist auf dem Platz hier sicher kontraproduktiv. Ein Fehler und man ist ganz schnell weg vom Fenster. Die Strategie für morgen wird also ähnlich sein, wie heute – und wer weiß, vielleicht ist es ja mein Tag morgen.“

Maximilian Kieffer | 74, 73 (+3)

„Ich habe wirklich sehr gut gespielt heute, kaum ein Fairway verfehlt und auch kein Grün. Ich habe leider nicht so gut gescored und wenige Putts gelocht. Aber das Birdie am letzten Loch war natürlich wichtig, um den Cut zu machen. Es ist natürlich ein bisschen blöd jetzt mit nur noch einer Runde. Da kann ich mich nicht mehr so gut nach vorne arbeiten. Gerade jetzt, da ich meinen Rhythmus gefunden habe. Aber man sieht ja, es ist eng beisammen. Ich bin nur drei Schläge von den Top 20 entfernt. Und Top 20 wäre schon ein solides Ergebnis. Man muss hier einfach solide Schläge machen und kann auch nicht zu aggressiv sein auf diesem Platz. Man muss schon auch ein bisschen taktisch spielen.“

Marcel Siem | 74, 74 (+4) – Cut

Es war ein bisschen rough heute morgen und ich habe gleich mit Doppel-Bogey, Bogey begonnen. Ich habe mich aber dann ganz gut gefangen und bin eigentlich auch ganz zufrieden. Als Golfprofi mit +4 zu sagen, dass man gut gespielt hat, hört sich natürlich blöd an. Aber auf der Wiese hier ist das nicht schlecht! Der Platz gibt Dir nicht viele Birdies. Man muss blöde Fehler unterlassen.

Marc Hammer | 74, 74 (+4) – Cut

Ich habe wirklich gut gespielt und lag eins unter für die Runde nach der 14.  Ich konnte sehr viele Grüns treffen und eine Menge Putts machen. Aber am Ende war es dann doch relativ bitter mit den drei Bogeys auf den letzten vier Löchern. Ein doofer Abschlag rechts weg und dann den falschen Schläger genommen. Aber ich nehme die beiden 74er Runden gerne mit. Der Platz ist wirklich megaschwer – und hier zweimal zwei über zu spielen, da kann man schon echt happy sein.

Detry stürmt vom heimischen Garten an die Spitze

Eine 39 auf seinen ersten Löchern, den Bahnen 10 – 18, eine sehr starke 29 auf den zweiten neun Löchern – der Belgier Thomas Detry zeigte am ersten Tag der Porsche European Open 2021 einen beeindruckenden Sprint nach ruhigen Tagen in der Heimat. Der 28-Jährige war erst am Freitag mit dem Auto nach Hamburg angereist und hatte am Nachmittag ein paar Löcher auf dem herausfordenden Porsche Nord Course gespielt. Diese Vorbereitung tat Detrys Spiel gut: Mit sieben Birdies auf neun Löchern, wobei lediglich ein Doppel-Bogey an der 5 der Konkurrenz erlaubte, Schritt zu halten, setzte er sich in Runde eins an die Spitze des hochklassig besetzten Spielerfeldes.

Detry liegt nach der ersten von drei Runden einen Schlag vor dem Schweden Alexander Björk, Ashun Wu (China) und David Law aus Schottland. Alle vier waren bereits am Vormittag auf die Runde gegangen. Am Nachmittag hatte eine kurze Wetterunterbrechung die Spieler vom Kurs gezwungen, gleichzeitig hatte der Wind aufgefrischt. Lediglich der Engländer Ashley Chesters konnte sich so am Abend neben dem Trio auf Platz zwei bei drei unter Par positionieren.

Nicht an Golf gedacht – gutgetan

Detry, seit März nicht mehr in den Top Ten auf der European Tour zu finden, machte die Unterschiede seiner beiden Hälften hauptsächlich beim Spiel auf den Grüns fest. „Mein Spiel selbst war gar nicht so unterschiedlich. Die erste Hälfte war schon solide, es fielen nur keine Putts. Ich bin wirklich sehr zufrieden, das war sehr gutes Golf“, so Detry, der die vergangenen Tage nach intensiven Wochen bei der PGA Championship und beim Made in Himmerland Turnier der European Tour in Dänemark zuhause in Belgien verbracht hatte. Dort kümmerte er sich um seinen Garten und ließ das Golf-Bag in der Ecke liegen. „Ich habe mal nicht an Golf gedacht, das hat gutgetan.“ Der Beweis ist das Leaderboard der Porsche European Open nach der ersten Runde – mit seinem Namen ganz oben.

Für die Top-Favoriten lief der Auftakt in das prestigeträchtige Turnier der European Tour weniger erfreulich. Titelverteidiger Paul Casey kam mit einer 75 (+3) vom Kurs, das schlechteste Ergebnis auf dem Porsche Nord Course für den Engländer. „Das war ein harter Tag auf dem Golfkurs“, so Casey. „Ich glaube, der Platz ist sogar noch schwieriger als bei der PGA Championship in Kiawah Island vor zwei Wochen. Aber die Spitze ist nicht so weit weg. Vielleicht ist noch etwas möglich, wenn ich morgen schnell Birdies mache und das Leaderboard hochsprinte.“

Martin Kaymer hadert mit Unterbrechung

Darauf hofft auch Martin Kaymer, der nach gutem Start mit elf Par und zwei Birdies Kontakt zur Spitze hatte, dann aber mit Bogeys auf den Löchern 14, 15 und 16 am Ende mit einer 73er Runde aus den Top 30 herausfiel. „Ich war wirklich gut im Flow, hab sehr gut gespielt und fast keinen Fehlschlag gemacht. Aber die Gewitterunterbrechung hat mich echt rausgehauen, um ehrlich zu sein. Ich bin dann wieder schwierig reingekommen. Aber ich habe die ersten 13 Löcher solide Golf gespielt. Und wenn ich so die nächsten zwei Tage weitermache, kann ich sehr zufrieden sein.“ Abraham Ancer und Henrik Stenson liegen nach 18 Löchern abgeschlagen bei vier, beziehungsweise fünf über Par.

Der beste deutsche Starter nach Tag eins ist Marcel Schneider, der am Vormittag eine starke 70er Runde spielte und sich damit nur zwei Schläge hinter der Spitze auf dem geteilten sechsten Rang einsortierte. „Ich bin absolut zufrieden mit der Runde. Ich glaube, richtig tief geschossen wird nicht auf dem Platz – und das kann man auch nicht, weil die Bedingungen einfach viel zu schwer sind. Von daher bin ich gut dabei.“

Bernd Ritthammer, 2019 bereits starker Zweiter in Hamburg, liegt bei eins unter Par erneut aussichtsreich. Max Kieffer verbaute sich eine sehr gute Ausgangsposition mit einem Triple-Bogey an der 17, als er seinen Ball vor dem Grün aus dem Wasser schlagen wollte, dieser sich vorher aber bewegte und Kieffer in der Folge einen Strafschlag kassierte. Sein Ergebnis in Runde eins: 74 (+2). Auf dieses Ergebnis kommen auch Marcel Siem und Florian Fritsch, der nach seinem Karriere-Ende als Playing Pro eine spontane Rückkehr auf die Tour feiert.

Alle Resultate finden Sie hier: http://bit.ly/PEO2021_Live

Die Startzeiten für Runde zwei finden Sie hier: http://bit.ly/Startzeiten_PEO2021

Stimmen Samstag: “Fast ein bisschen Major-Feeling”

Thomas, Detry | 68 Schläge (-4)

„Die erste Hälfte war schon solide, es fielen nur keine Putts. Auf der zweiten Hälfte lief es dann mit zwei schnellen Birdies und auch das unnötige Doppel-Bogey an einem der leichteren Löcher hat daran nichts geändert. Es ist ein wirklich harter Golfkurs, manche sprechen ja auch von einem US Open Setup. Es ist ähnlich wie bei der PGA Championship vor zwei Wochen: Du musst das Fairway treffen, sonst wirst du bestraft. Das ist Golf, das mir etwas entgegenkommt. Ich bin wirklich sehr zufrieden, das war sehr gutes Golf. Vor dem Turnier war ich zuhause und habe mal nicht an Golf gedacht, habe in meinem Garten gearbeitet – das hat wirklich gutgetan.“

Alexander Björk | 69 Schläge (-3)

„Ich spiele sehr gut in diesen Monaten, in der vergangenen Woche dann Zweiter in Dänemark. Aber die ersten Löcher hier waren eigentlich sehr schlecht. Dann fielen einige wichtige Putts und ab da war es dann sehr gut und ich konnte die Runde zum Guten wenden. Es hat sich noch länger gespielt als gedacht. Ich bin kein Longhitter, ich versuche Fairways zu treffen und dann mit langen Eisen das Grün anzugreifen.

David Law (SCO) | 69 Schläge (-3)

Das ist wahrscheinlich der schwierigste Platz, den wir das ganze Jahr über spielen. Mit drei unter Par zu starten, damit bin ich wirklich zufrieden. Ich war heute Morgen nicht besonders frisch, ich bin gestern Abend aus Dänemark angereist, also bin ich mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Ich habe eigentlich die letzten vier Löcher nicht gespielt. Ich habe gestern 14 Löcher gespielt und hatte genug, ich war ein bisschen müde. Ich habe die letzten vier Löcher blind gespielt. Dass ich sie in zwei unter gespielt habe, freut mich sehr.

Im Großen und Ganzen war ich in der letzten Zeit ziemlich gut vom Abschlag bis zum Grün und habe nur keinen einzigen Putt gelocht. Heute habe ich tatsächlich einige gelocht, also war es schön zu sehen, dass der Ball reingeht. Diese Woche ist es eher ein Sprint, man muss schnell loslegen und durchhalten. Auf diesem Platz darf man nicht aggressiv werden, man muss sich an seinen Spielplan halten, aber gleichzeitig ist man sich der Tatsache halbwegs bewusst, dass es diese Woche nur 54 Löcher sind, also muss man Birdies machen, wenn man kann.

 

Marcel Schneider | 70 Schläge (-2)

„Ich bin absolut zufrieden mit der Runde. Ich glaube, richtig tief geschossen wird nicht auf dem Platz – und das kann man auch nicht, weil die Bedingungen einfach viel zu schwer sind. Ich denke nicht, dass jemand sechs, sieben unter Par spielt. Von daher bin ich gut dabei. Ich habe sehr solide gespielt, relativ wenige Fehler gemacht, bin auf der guten und sicheren Seite geblieben und habe ordentlich geputtet. Die Grüns scheinen mir zu liegen. Ich freue mich schon auf die nächsten zwei Tage.“

 

Bernd Ritthammer | 71 Schläge (-1)

„Ich war ja nach dem Start nach vier Loch schon drei über. Aber ich habe es geschafft, relaxed zu bleiben. Weil ich einfach weiß, dass es vor allem von Loch 10 bis 13 extrem tough ist. Ich habe dann eben weiter mein Ding gemacht, relativ solide gespielt und ein paar Putts gemacht. Vor allem das Putten hat sich sehr erfreulich angefühlt heute. Es unglaublich, wieder vor Publikum spielen zu dürfen und es macht riesen Spaß. Auch wenn die Bude jetzt nicht voll ist, es ist einfach so viel mehr Atmosphäre und reicht, um es so viel schöner für uns zu machen.“

Matthias Schwab | 70 Schläge (-1)

„Ein paar Löcher wurden noch einmal verlängert und das Rough ist ziemlich hoch – dementsprechend schwer spielt sich der Platz. Man sieht ja auch an den Scores, dass jede Runde unter Par wirklich ein sehr, sehr gutes Ergebnis ist. Es ein bisschen angenehmer, dass es nur über drei Runden geht – weil dadurch die Woche nicht anstrengend ist. Vier Runden Turniergolf sind für den Kopf schon sehr, sehr mühsam. Jetzt sparen wir uns eine Runde. Ich sehe das positiv.“

Martin Kaymer | 73 Schläge (+1)

„Ich war wirklich gut im Flow, hab sehr gut gespielt und fast keinen Fehlschlag gemacht. Aber die Gewitterunterbrechung hat mich echt rausgehauen, um ehrlich zu sein. Ich bin dann echt wieder schwierig reingekommen. Aber ich habe die ersten 13 Löcher solide Golf gespielt. Und wenn ich so die nächsten zwei Tage so weitermache, kann ich sehr zufrieden sein. Die Pause war wirklich bitter in dem Moment, weil es ja auch keinen Grund wirklich gab – im Nachhinein. Und dann aus dem Flow zukommen, war einfach schade. Aber ich versuch mich auf das Positive zu konzentrieren. Ich bin nicht raus dem Turnier raus. Das ist immer wichtig. Wenn ich jetzt noch zwei gute Runden spiele, bin ich vorne mit dabei. Ich spiel ja generell sehr gern in Deutschland. Und dann hast du auch noch ein paar Zuschauer und Fans, Familie war dabei, Freunde waren dabei – das ist immer schön. Auch wenn du dann für gute Schläge so einen kleinen Applaus bekommst.

 

Maximilian Kieffer | 74 Schläge (+2)

„Eigentlich liegt mir der Platz nicht so wirklich, weil er sich sehr, sehr lang spielt. Man hat viele lange Eisen in die Grüns und man hat es schwer zur Fahne zu kommen – und dann ist man auch vom Bounce abhängig. Aber ich habe schon sehr gut gespielt heute. Das würde ich schon so sagen. Bis zum Ende auf der acht. Da war ich im Wasser. Ich wollte den Ball noch spielen, weil er ganz okay lag. Dann hat sich der Ball bewegt. Das habe ich dem Referee gemeldet – und er war der Meinung, dass ich der Grund war, dass sich der Ball bewegt habe. Somit habe ich einen Strafschlag bekommen.“

Florian Fritsch | 74 Schläge (+2)

„War schon knackig. Das ist ja hier nicht so ein Platz, auf dem man sich reinfühlen kann, das ist eine echt stramme Wiese. Aber +2 ist wirklich in Ordnung. Ich bin ja hierhergekommen, mit der Erwartung, eine gute Zeit zu haben. Ich genieße es einfach, hier zu spielen. Es war wie ein Klassentreffen hier und das habe ich genossen. Natürlich will ich auch hier spielerisch mein Bestes geben – aber mir ist klar, dass ich schon lange draußen bin und auch nicht das Training hatte, um auf diesem Niveau hier bestehen zu können.

Marcel Siem | 74 Schläge (+2)

„Ich bin eigentlich richtig gut gestartet. Aber dann habe ich das On-Course-Interview gegeben auf der 10 – und dann drei Bogeys in Folge gespielt. Ich glaube, da reicht einfach meine Konzentration noch nicht, um mich da voll wieder zurückzuholen. Im Großen und Ganzen bin ich aber schon zufrieden. Mit sechs Schlägen hinter dem Ersten und einem Schlag hinter den Top 30 muss ich erstmal kleine Brötchen backen. Aber es war schon echt super und auch aufregend, wieder mit den Fans hier. Der Platz ist auch in einem hervorragenden Zustand, alle Spieler sind happy und es ist ein richtig guter Test – fast ein bisschen Major-Feeling. Es hat auf jeden Fall tierisch viel Spaß gemacht.“

Paul Casey | 75 Schläge (+3)

„Harter Tag auf dem Golfkurs. Ich meine, der Porsche Nord Course ist so lang, das Rough ist dicht. Ich glaube, der Golfkurs ist sogar noch schwieriger als bei der PGA Championship in Kiawah Island vor zwei Wochen. Wir waren in unserer Gruppe alle über Par. Von den fünf Par 5 kannst du eigentlich keines in zwei Schlägen erreichen, das macht es sehr, sehr schwer. Ich bin jetzt wohl ein wenig abgeschlagen. Aber die Führenden sind nicht so weit weg. Vielleicht ist noch etwas möglich, wenn ich schnell Birdies mache und das Leaderboard hochsprinte.“

 

Nicolai von Dellingshausen | 78 Schläge (+6)

„Ich kann das gar nicht fassen. Aber ich kann auch noch nicht mal böse sein gerade! Denn ich habe viele gute Schläge gemacht, mir viele Chancen erarbeitet – aber der Platz ist halt brutal, dass wirklich auch die kleinsten Fehler bestraft werden. Es ist irgendwie surreal gerade. Jetzt muss ich mich erstmal sortieren. Aber das Gute ist, dass ich nicht komplett frustriert bin. Die Schläge sind ja da und ich gebe mir die Chancen. Wenn ich sie dann rein mache, morgen, dann geht da auf jeden Fall noch was.“