„Wir wollen den Fans vor Ort etwas Besonderes bieten“

Deniz Keskin, Leiter Brand Management und Partnerschaften bei Porsche, spricht im Interview über die Verbindung der Marke zum Golfsport, die Zukunft des Sportsponsorings und die Inspiration, die er aus der Porsche European Open 2021 gezogen hat.

Deniz Keskin, eine ihrer ersten Reisen in ihrer jetzigen Position führte Sie 2021 zu den Porsche European Open. Wie haben Sie Ihre Premiere erlebt?

Deniz Keskin: Der Golfsport und die Porsche European Open sind ein tolles Aushängeschild im Sportsponsoring von Porsche. Darüber sind wir sehr glücklich. Ich habe das Turnier 2021 tatsächlich zum ersten Mal live erleben dürfen und war sofort sehr beeindruckt. Mir hat die Atmosphäre dieses Open-Air-Events vor Ort sehr imponiert, die Fachkenntnis und die Leidenschaft der Zuschauer war inspirierend. Es ist eine besondere Stimmung vor Ort, auch durch die Nähe zu den Sportlern. Und mich fasziniert die mentale Seite der Sportart. Wenn ich überlege: Dieser kleine Ball und dieser kleine Schlägerkopf – und dann muss der Ball so weit und präzise geschlagen werden. Da wird einem klar: Dieses Spiel kann nie perfekt beherrscht werden und auch die Besten sind vor Fehlschlägen nicht geschützt. Und so vieles entscheidet sich dabei im Kopf. Diese mentale Leistung aus der Nähe zu sehen, hat mich sehr beeindruckt. Auch deshalb freue ich mich schon auf die nächsten Porsche European Open, wo neben Spitzensport und der Faszination für diese tolle Sportart auch das Event-Erlebnis für die Besucher eine herausragende Rolle spielt. Für mich ist es ein Höhepunkt in meinem Kalender.

Auf was freuen Sie sich noch, wenn Sie an Anfang Juni denken?

Deniz Keskin: Im vergangenen Jahr konnten wir 2.000 Zuschauer pro Tag empfangen und waren darüber mehr als glücklich. In diesem Jahr gibt es keine Einschränkungen. Dieser Effekt wird riesig sein und ich freue mich unglaublich darauf, den Fans Weltklasse-Sport und ein tolles Erlebnis bieten zu dürfen.

Was erwartet die Porsche-Fans in der Turnierwoche?

Deniz Keskin: Die Porsche European Open sollen ein Gesamterlebnis sein, sportlich aber auch abseits der Fairways. Natürlich werden viele schöne Porsche-Modelle live zu sehen sein – darunter auch solche, die es nicht überall zu sehen gibt, wie zum Beispiel den 911 Sport Classic. Denn natürlich wollen wir unseren Fans etwas Besonders bieten vor Ort – Highlights, die sie sonst nicht so leicht zu Gesicht bekommen. Auch beim Leader’s Car wird es in diesem Jahr ein besonderes Exemplar zu bestaunen geben. Der Porsche Owners’ Garden am berühmten Par 3 der 17 wird zudem einen besonderen Ort zum Wohlfühlen und Entspannen bieten. Auch hier haben wir viel Mühe reingesteckt. Dort können Kunden in sehr schöner Atmosphäre Golf und die Gemeinschaft genießen. Zudem haben die Besucher beim Public Hole-in-One die einmalige Chance auf den offiziellen Hole-in-One-Preis, den Taycan Turbo S Sport Turismo.

Porsche ist seit mehr als drei Jahrzehnten im Golfsport aktiv, seit 2015 Titelpartner der Porsche European Open. Wieso passen Porsche und Golf so gut zusammen?

Deniz Keskin: Ich habe in den vergangenen 15 Monaten erleben dürfen, wie viele unserer Kunden sich diesem Sport mit großer Leidenschaft widmen. Das sehen wir auch beim Porsche Golf Cup, den es seit 1988 gibt, und in unserer Porsche Golf Circle Community, die die Leidenschaften Porsche und Golf auf einzigartige Weise bei Events und in einer App verbindet. So sieht man, dass das Golf-Thema sehr organisch ist und unseren Kunden sehr viel bedeutet. So ist für uns auch das Pro-Am Turnier im Vorfeld der Porsche European Open ein wichtiges Event. Für die Menschen, die diesen Sport mit so viel Liebe betreiben, ist es ein unglaubliches Gefühl, mit den Besten der Sportart über einen perfekt präparierten Turnierplatz zu gehen und Golf zu spielen. In welcher Sportart ist so eine direkte Erlebbarkeit, die an der Seite eines Top-Stars auch ein sportliches Highlight ist, denn sonst möglich? Der Golfsport ermöglicht es sogar, auf Augenhöhe mit den Profis um den Sieg zu spielen. Die strahlenden Gesichter aus dem vergangenen Jahr sind mir noch immer sehr präsent.

Wohin entwickelt sich das Sportsponsoring Ihrer Meinung nach?

Deniz Keskin: Wir sind im Sportsponsoring an einem sehr interessanten Punkt. Porsche ist eine Marke, die nicht primär auf steigende Bekanntheit aus ist. Dass wir faszinierende Sportwagen bauen, wissen die Menschen grundsätzlich. Im Jahr 2022 geht es neben den bereits angesprochenen besonderen Erlebnissen auch darum, glaubwürdige Geschichten über Porsche und unsere Einstellung und Werte zu erzählen. Über den rein elektrischen Taycan als Hole-in-One-Fahrzeug beispielsweise kann unser Weg in der Elektromobilität veranschaulicht werden. Wir wollen, dass die Menschen Dinge über Porsche erfahren, die sie vielleicht nicht erwartet hätten. Gleichzeitig müssen wir flexibel sein, um auf neuen Feldern neue Stories anzudocken und Porsche zu integrieren. Dazu gehört sicherlich auch unser Engagement im Kitesurfen, das seit Herbst 2021 besteht.

Das ist die dritte Säule im Sportsponsoring von Porsche neben Tennis und Golf.

Deniz Keskin: Genau. Und im Kitesurfen freuen wir uns darauf, eine junge Sportart bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Wir sind natürlich auch bestrebt, neue Zielgruppen anzusprechen, auch wenn wir von unseren bisherigen Zielgruppen geschätzt werden. Kitesurfen fanden wir sehr interessant, da es wie wir von Speed, Präzision und Performance lebt. Wir unterstützen zwei professionelle Athleten, Liam Whaley und Rita Arnaus. Und wir sind Sponsor des renommierten Wettbewerbs „Red Bull King of the Air“ in Südafrika. Zudem kooperieren wir mit der Kitesurfing-Marke Duotone. So sind wir aus verschiedenen Richtungen aktiv, was das Engagement sehr spannend macht. Es ist eine optimale Ergänzung zu unseren bisherigen Aktivitäten. Tennis ist historisch gewachsen mit dem Porsche Tennis Grand Prix in der Stuttgarter Porsche-Arena. Dieses Engagement ist seit 45 Jahren Teil unserer Identität. Und im Golf haben wir über die perfekte Verbindung ja bereits gesprochen. Auf ihre unterschiedliche Art und Weise passen alle drei Themen sehr gut zu uns – und das ist das Wichtigste.

Hole-in-One-Fahrzeuge – Volltreffer gesucht

911, Cayenne, Panamera, Taycan – die Hole-in-One-Fahrzeuge der Porsche European Open präsentieren glorreiche Sportwagen-Geschichte. Wer am richtigen Loch mit dem ersten Schlag einlocht, fährt mit einem nagelneuen Porsche nach Hause. Seit der Premiere 2015 flogen tausende Golfbälle in Richtung Loch. Doch nur einer durfte bislang jubeln.

 

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Es war die dritte Runde der Porsche European Open 2017, als Marcel Siem für einen der Höhepunkte der bisherigen Turniergeschichte sorgte. Auf der Bahn 17 des Porsche Nord Course auf der Anlage der Green Eagle Golf Courses bei Hamburg lochte er seinen ersten Schlag aus 156 Metern ein – und erspielte sich damit auf dem spektakulären Par-3-Loch einen noch spektakuläreren Gewinn: einen Porsche Panamera Turbo Sport Turismo.

„Das war heute mein drittes Hole-in-One auf der European Tour“, sagte Siem im Anschluss. „Einmal gab es einen Handshake, einmal eine Flasche Champagner – und jetzt endlich mal was Vernünftiges.“ Es war die passende Krönung für den Deutschen, der bei dieser Porsche European Open seinen 400. Start auf der Tour feierte. Aus den Händen von Oliver Eidam, dem Leiter Markenpartnerschaften & Sponsoring der Porsche AG, erhielt Siem nach seinem Kunstschuss symbolisch einen überdimensionalen Fahrzeugschlüssel für den 550-PS-starken Porsche, der passenderweise Platz für mehrere Golf-Bags bietet, überreicht.

Ein derartiges Glück war in den fünf Jahren der Porsche European Open sonst keinem der Golfprofis vergönnt, waren sie auch noch so prominent. Martin Kaymer, Patrick Reed, Charl Schwartzel, Xander Schauffele, Matt Kuchar, Bryson DeChambeau oder Paul Casey – sie alle verpassten ein Ass am richtigen Loch.

Porsche European Open 2015 – Doppelte Premiere

Im ersten Jahr der Porsche European Open in Bad Griesbach gelang dem Dänen Lasse Jensen ein Hole-in-One, jedoch an Loch 2. Auch ein Grund zur Freude – wenn es dafür auch keinen nagelneuen Porsche Sportwagen gab.

Den hätte es an Loch 17 gegeben – übrigens zum ersten Mal in der Geschichte der European Tour wird ein Porsche als Hole-in-One-Preis ausgelobt ein erst in der Vorwoche auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt (IAA) vorgestelltes 911 Carrera Cabriolet in graphitblaumetallic mit Biturbo-Aufladung (370 PS) zur Steigerung des emotionalen Fahrspaßes. Zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht für Jensen. „Die Kollegen haben mich gleich aufgezogen“, erzählte Jensen hinterher, „weil ich schon wieder die falsche Bahn erwischt habe.“ Der Titelsponsor wollte die Leistung dennoch würdigen – und überreichte Jensen einen Porsche auf zwei Rädern: ein Hightech-Fahrrad mit Karbonrahmen und hydraulischen Scheibenbremsen, das Porsche Bike RX aus dem Programm der Porsche Driver’s Selection. „Das ist sehr nett von Porsche“, bedankte sich Jensen, „ich lebe in Kopenhagen, und dort wird sehr viel Rad gefahren. Ich werde es nutzen.“

Porsche European Open 2016 – Chance auch für Zuschauer

Das Highlight im Jahr darauf war der neue Porsche Panamera 4S – und das in doppelter Hinsicht. Einerseits war die Luxus-Sportlimousine eine Woche vor der offiziellen Präsentation beim Pariser Auto-Salon samt neuem Porsche Advanced Cockpit und zukunftsweisendem Anzeige- und Bedienkonzept aus nächster Nähe zu betrachten. Zum anderen gab es den Panamera 4S an der 17. Bahn sowohl für die Weltklassegolfer als auch die Zuschauer zu gewinnen. Der Traumwagen stand für den Profi bereit, dem dort im Verlauf der Porsche European Open als Erstem ein Ass gelingen sollte – und gleichzeitig über das erstmals präsentierte Porsche Public-Hole-in-One einem Besucher des Turniers. Hier konnten sich alle volljährigen Gäste für ein abendliches Shoot-Out an der 17 qualifizieren und somit ebenfalls um einen Panamera 4S spielen.

2016 sollte es jedoch nichts werden mit einem Ass – zumindest wieder nicht am „richtigen“ Loch. Der Walliser Phillip Price lochte in Runde eins der Porsche European Open auf dem Beckenbauer Course in Bad Griesbach an der 14 ein und eben nicht an der 17, wo der neue Porsche Panamera 4S als Prämie für ein Hole-in-One ausgelobt worden war. Der Kunstschuss des Briten wurde von Porsche dennoch belohnt. Für Price gab es das Highlight der damals aktuellen „Chronotimer Collection“ von Porsche Design: einen „Chronotimer Series 1 Deep Blue“.

Porsche European Open 2018 – Nicht alle Träume werden wahr

Auch 2018 blieb es nach dem großen Jubel 2017 für Marcel Siem und seinen neuen Porsche Panamera Turbo Sport Turismo ruhiger. Weder Profis noch Zuschauer kamen dem ausgelobten Porsche Cayenne Turbo an der 17. Spielbahn des Porsche Nord Course nahe. Damit vergaben die Athleten die Chance, sich passend zum damaligen Turniermotto, „Es gibt einen Ort, an dem große Träume wahr werden“, mit einem Traumschlag den Traumwagen zu sichern. Der 550 PS-starke Cayenne gilt in dieser Zeit als sportlichsten Vertreter im SUV-Segment – und als erster Sportwagen, den man mit bis zu vier Mitfahrern gemeinsam erleben kann. Dank innovativem Leichtbau-Fahrwerk und serienmäßigem Allradantrieb verbindet er zudem die Dynamik eines Sportwagens mit dem Komfort einer Reiselimousine bei voller Offroad-Kompetenz. Ein tiefes Bedauern ist bei dem ein oder anderen Spieler nach dem Abschlag auf der 17 durchaus zu erkennen gewesen.

Porsche European Open 2019 – Ein Elektro-Sportler als Hauptattraktion

Im vergangenen Jahr sorgte das bislang letzte Hole-in-One-Car für richtig viel Aufregung. Der damals nagelneue Taycan wurde kurz nach seiner Weltpremiere erstmals der breiten Öffentlichkeit präsentiert – und war über die gesamte Turnierwoche einer der Hauptdarsteller des Events. Doch wiederum gelang es keinem Golfer, mit einem Ass zum überglücklichen Besitzer des ersten vollelektrischen Porsche zu werden.

Vielleicht lag es daran, dass die Profis auf ihren Turnierrunden nicht immer ganz fokussiert blieben, wenn sie am besonderen Sportwagen vorbeikamen. „Eigentlich sollten wir uns ja immer auf den nächsten Schlag konzentrieren. Aber der Taycan hat mich wirklich abgelenkt. Er sieht echt gut aus, ich würde ihn sehr gerne haben“, sagte beispielsweise US-Star Xander Schauffele. Und der Engländer Paul Casey, ein Porsche-Fan und der spätere Sieger des Turniers, ergänzte: „Ich bin sehr beeindruckt vom neuen Taycan. Er sieht super aus. Die Farbe finde ich sehr cool, die Felgen: großartig. Und natürlich schaue ich auf den Wagen auch als Vater. Und meine zwei Kinder finden auf dem Rücksitz Platz. Das ist wirklich stark.“ Stark sind auch die bis zu 761 PS und die Beschleunigung in 2,8 Sekunden von null auf hundert.

Alles Zahlen, die den Golfspielern und Golfspielerinnen am Abschlag eventuell ein wenig den Kopf verdrehten. So bleibt es bei einem glücklichen Gewinner eines Hole-in-One-Fahrzeugs seit 2015. Wenn 2021 wieder ein Schmuckstück am 17. Abschlag des Porsche Nord Course bei Hamburg thronen sollte, dann wird es wieder heißen: Den schönsten Pokal im Golfsport gibt es bereits vor dem abschließenden 18. Loch.